11.10.2012: Mehr Geschlechtergerechtigkeit? Zur Frauenquote in Afrika, Berlin

11.10.2012: Mehr Geschlechtergerechtigkeit? Zur Frauenquote in Afrika, Berlin

Donnerstag, 11. Oktober 2012, 18:00 bis 19:30 Uhr, GIGA Berlin-Büro, 

Friedrichstraße 206 (Eingang Zimmerstraße), 10969 Berlin

Mehr Geschlechtergerechtigkeit? Zur Frauenquote in Afrika

Referentin: Dr. Antonie Katharina Nord (ehem. Leiterin des Regionalbüros der Heinrich-Böll-Stiftung in Kapstadt, Südafrika)
Diskutantin: Dr. Rita Schäfer (Ethnologin)
Moderation: Eva Range (Afrikanistin, Vorstandsmitglied von INISA)

Die in den vergangenen 50 Jahren vielerorts im südlichen Afrika eingeführten Frauenquoten für politische Gremien sind überraschend erfolgreich. Inzwischen wird jedoch in Afrika diskutiert, ob diese Quoten neben der zahlenmäßigen Repräsentation von Frauen tatsächlich zu mehr Einfluss von Frauen auf politische Entscheidungen und zu einer Veränderung der gesellschaftlichen Machtverhältnisse geführt haben. Im Mittelpunkt steht deshalb die Frage: Liegt lediglich eine Scheinbeteiligung vor oder führen Frauenquoten wirklich zu gesellschaftlichen Veränderungen und mehr Geschlechtergerechtigkeit in Afrika?

 


Foto: Panel der Veranstaltung (v.l.n.r. A. Nord, E. Range, R. Schäfer), INISA 2012

Berichterstattung von Eva Range (INISA e.V.)  

Anlässlich der Veranstaltung „Mehr Geschlechtergerechtigkeit: Zur Frauenquote in Afrika“ kooperierten die zwei Trägerorganisationen des Berliner Afrikakreises, die INISA und die Society for International Development (SID), bereits zum dritten Mal in diesem Jahr mit dem German Institute for Global and Area Studies (GIGA) in Berlin. Antonie Nord, ehemalige Leiterin des Regionalbüros der Heinrich-Böll-Stiftung in Kapstadt, war als Referentin geladen, um die zentralen Thesen aus ihrer Untersuchung der zwei Länderbeispiele Uganda und Südafrika vorzustellen.

In Südafrika würden Feministinnen die umfassenden Quotenregelungen kritisch bewerten, da die Mehrheit weiblicher Politikerinnen von den Belangen der Frauen abgekoppelt sei; auch in Uganda sei die Rede von einer Scheinbeteiligung, allerdings sähen Beobachterinnen positive Tendenzen im Hinblick auf mehr Einfluss von Frauen, so Antonie Nord. Die Rolle der Diskutantin übernahm Rita Schäfer, freiberufliche Wissenschaftlerin und Expertin für Gender-Themen. In ihrem Beitrag unterstützte und ergänzte sie die Ausführungen von Antonie Nord. Sie machte u.a. auf das Verhältnis von Wählerinnen und Politikerinnen aufmerksam.

Nach Rita Schäfer ist es eine wenig hinterfragte Grundannahme, dass Abgeordnete, die über eine Frauenquote bestimmt wurden, per se Fraueninteressen unterstützten. Zum einen würden sich Frauen nicht auf das Thema „Frauenrechte“ reduzieren lassen wollen, zum anderen seien Frauen kein homogener Block, sondern hätten mitunter sehr unterschiedliche Interessen und Anliegen. Auch wenn beide Podiumsgäste den Erfolg von Frauenquoten an jeweils spezifische Voraussetzungen knüpften, schätzten sie nichtsdestotrotz die Frauenquote an sich als ein wichtiges Instrument ein, das Frauen in vielen Ländern den Zugang in die Politik ermöglicht habe.

Kritisch beleuchteten sie wiederholt das Verhältnis zwischen Frauenquote und Genderpolitik im Allgemeinen. Im Anschluss an die Vorträge nutzten viele Teilnehmende die Gelegenheit, an Antonie Nord und Rita Schäfer Fragen zu stellen oder sich kritisch in die Diskussion um die Frauenquote einzubringen.

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Weiterführende Informationen zum Themenschwerpunkt:

Grundlage der Veranstaltung war der GIGA Focus Afrika Nr. 5/2012 von Antonie Katharina
Nord

http://www.giga-hamburg.de/dl/download.php?d=/content/publikationen/pdf/gf_afrika_1205.pdf

Quota Project - Global Database for Quotas for Women 

Tshwaranang Legal Advocacy Centre - To end Violence against Women

People Opposing Women Abuse (POWA) - South Africa 

Making Policy Work for Women (CEWIGO) - Uganda

"Afrika Süd" Sept/Okt 2012, 41. Jg. Nr. 5
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